Altersvorsorgedepot-Fragen

Altersvorsorgedepot bei Fidelity: VorsorgeDepot und VorsorgeDepot Plus

Kurz gesagt: Fidelity plant zwei Altersvorsorgedepots: das VorsorgeDepot mit zwei Fidelity-ETFs (ca. 0,35 % pro Jahr plus 1 € Depotgebühr im Monat) und das VorsorgeDepot Plus als gemanagte Lösung (ca. 0,6 % pro Jahr plus 2 € im Monat). Ein Startdatum nennen die Produktseiten nicht.

Stand: 21.10.2026. Quelle der Rechtslage: Altersvorsorgereformgesetz, BGBl. 2026 I Nr. 156.

Diese Seite gibt wieder, was Fidelity selbst auf seinen Produktseiten veröffentlicht hat (abgerufen am 21.10.2026, Seitenstand 10.2026). Die Angaben sind Ankündigungen unter dem Vorbehalt der Zertifizierung durch das Bundeszentralamt für Steuern und können sich ändern. Sie sind keine Empfehlung für oder gegen den Anbieter.

Steckbrief: Altersvorsorgedepot bei Fidelity (FFB)

Art des Anbieters
Fondsgesellschaft
Standarddepot (feste Fondsauswahl)
Ja
Fonds selbst wählen
Nein
Garantie
Nein
Kosten
VorsorgeDepot: ca. 0,35 % p. a. vom durchschnittlichen Depotwert plus 1 € Depotgebühr im Monat. VorsorgeDepot Plus: ca. 0,6 % p. a. plus 2 € im Monat. Laut Fußnote enthalten die Kosten Abschluss- und Vertriebskosten, Verwaltungskosten, Depotentgelt, Provisionen, Plattformkosten und TER.0,35 % pro Jahr (Fidelity VorsorgeDepot (Standarddepot): ca. 0,35 % p. a. vom durchschnittlichen Depotwert, laut Fußnote einschließlich Abschluss-, Vertriebs- und Verwaltungskosten, Depotentgelt, Provisionen, Plattformkosten und TER; zusätzlich 1 € Depotgebühr pro Monat). Beispiel: Bei 10.000 € Guthaben sind das rund 47 € pro Jahr.
Abschluss
noch nicht bekannt
Geplanter Start
noch nicht bekannt. Fidelity nennt kein eigenes Startdatum, nur den gesetzlichen Start des Altersvorsorgedepots am 01.01.2027; die beiden ETFs werden im vierten Quartal aufgelegt
Vorab-Anmeldung
Newsletter
Bonus
keiner genannt
Riester-Wechsel
Der Anbieter schreibt, dass sich Riester-Guthaben in ein Altersvorsorgedepot übertragen lässt

Angaben von Fidelity (FFB) zum Altersvorsorgedepot (externe Seite), öffnet in neuem Tab

Noch nicht veröffentlicht: Startdatum des eigenen Angebots, Abschlussweg (online/Filiale).

Angaben laut Anbieterseite, Stand: 23.10.2026. Ankündigungen sind keine Zusage, maßgeblich sind die Produktinformationen des Anbieters. Alle Anbieter vergleichen

Fidelity hat zwei Altersvorsorgedepots mit Namen, Anlagelogik und ungefähren Kosten vorgestellt, aber noch kein Startdatum genannt. Diese Seite ordnet ein, was Fidelity selbst veröffentlicht hat, was das Gesetz für alle Anbieter regelt und was noch offen ist.

Kurzantwort

Fidelity plant das VorsorgeDepot als Standarddepot mit zwei Fidelity-ETFs. Die Kosten liegen laut Anbieter, Stand 21.10.2026, bei rund 0,35 % pro Jahr vom durchschnittlichen Depotwert plus 1 € Depotgebühr im Monat. Das VorsorgeDepot Plus ist eine gemanagte Lösung mit aktiven ETFs und aktiven Fonds und kostet laut Anbieter rund 0,6 % pro Jahr plus 2 € im Monat. Beide Angebote stehen unter dem Vorbehalt der Zertifizierung durch das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Eine Zertifizierung ist uns bisher nicht bekannt.

Was Fidelity angekündigt hat

Start und Vormerkung. Die Produktseiten nennen kein Startdatum. Fidelity bietet einen kostenlosen Newsletter an, der laut Seite unter anderem die „Startmeldung für das geplante Fidelity Angebot“ enthält. Die beiden ETFs des VorsorgeDepots sollen laut Anbieter „im vierten Quartal“ aufgelegt werden. Im Seitenfuß der Produktseiten nennt Fidelity die FIL Fondsbank GmbH.

VorsorgeDepot. Fidelity beschreibt es als einfaches Standarddepot. Die Geldanlage erfolgt in zwei vorgegebene ETFs, andere ETFs lassen sich im VorsorgeDepot nicht frei auswählen. Der Aktien-ETF (Fidelity All Country Equity Research Enhanced Strategie, Risikoklasse 4) orientiert sich eng an einem globalen Aktienindex und gewichtet einzelne Unternehmen auf Basis eigener Analysen etwas stärker oder schwächer. Der Anleihen-ETF (Fidelity Euro Ultra Short Duration Bond Strategie, Risikoklasse 2) investiert überwiegend in Anleihen mit kurzen Laufzeiten. Beide ETFs werden laut Fidelity erst aufgelegt.

Verlauf des VorsorgeDepots. In der Ansparphase liegt der Aktienanteil zunächst bei 100 %. Etwa zehn Jahre vor dem geplanten Ruhestand beginnt die Risikoabsenkung, zu Beginn der Auszahlphase beträgt der Aktienanteil höchstens 30 %. Fidelity schlägt dafür einen Gleitpfad vor und übernimmt die Umschichtung. Sie können dem widersprechen und die Verteilung zwischen den beiden ETFs in 10-%-Schritten selbst bestimmen. Die Auszahlphase kann laut Anbieter frühestens mit 65 und spätestens mit 70 beginnen, vorgesehen ist ein Auszahlplan bis zum 85. Geburtstag und eine Teilentnahme von bis zu 30 % zu Beginn. Die Auszahlung wird alle drei Jahre neu berechnet.

Kosten des VorsorgeDepots. Fidelity nennt „ca. 0,35 % vom durchschnittlichen Depotwert p.a. plus 1 € Depotgebühr pro Monat“. Die Fußnote auf der Seite erklärt, die ausgewiesenen Kosten umfassten insbesondere Abschluss- und Vertriebskosten sowie laufende Verwaltungskosten, darunter Depotentgelt, Provisionen, Plattformkosten und die Gesamtkostenquote (TER) der Fonds. Die Zahlen sind mit „ca.“ angegeben und ersetzen nicht den vorgeschriebenen Kostenausweis. Ob die monatlichen 1 € in den 0,35 % schon stecken, ist auf der Seite nicht eindeutig geregelt.

VorsorgeDepot Plus. Fidelity gestaltet es als Vermögensverwaltung. Den Kern bilden laut Seite fünf regionale aktive ETFs aus der Enhanced-Research-Familie, ergänzt um bis zu vier aktiv gemanagte Fonds, die bis zu 20 % des Aktienanteils ausmachen können. Nach einer Geeignetheitsprüfung wird eines von drei Risikoprofilen vorgeschlagen, mit 100 %, 80 % oder 60 % Aktien zu Beginn der Ansparphase. Sie können das empfohlene oder ein defensiveres Profil wählen, ein späterer Wechsel zu einem offensiveren Profil ist laut Fidelity nicht möglich. Die Risikoabsenkung beginnt etwa zehn Jahre vor dem Ruhestand, der Aktienanteil zu Beginn der Auszahlphase beträgt je nach Profil 40 %, 30 % oder 20 %. Einzelne Fonds und ETFs können Sie nicht selbst ab- oder hinzuwählen. Die Dauer der Auszahlphase ist frei wählbar, mindestens bis zum 85. und höchstens bis zum 120. Lebensjahr.

Kosten des VorsorgeDepots Plus. Laut Anbieter „ca. 0,6 % vom durchschnittlichen Depotwert p.a. plus 2 € Depotgebühr pro Monat“, mit derselben Fußnote wie beim VorsorgeDepot.

Garantie. Für das VorsorgeDepot Plus schreibt Fidelity ausdrücklich, dass es keine Garantie für den Kapitalerhalt gibt. Das VorsorgeDepot arbeitet mit Aktien- und Anleihe-ETFs und nennt keine Garantie.

Was gesetzlich für alle Anbieter gilt

Die Zulage ist bei allen Anbietern gleich. Die Grundzulage beträgt 50 % auf die ersten 360 € Eigenbeitrag und 25 % auf den Betrag von 360,01 € bis 1.800 €, höchstens also 540 € im Jahr (§ 84 EStG). Je Kind kommen bis zu 300 € dazu (§ 85 EStG). Voraussetzung ist ein Mindesteigenbeitrag von 120 € im Jahr (§ 86 EStG). Ihren Wert berechnet der Zulagenrechner.

Jeder Anbieter eines Altersvorsorgedepots muss auch ein Standarddepot anbieten, selbst oder über einen Kooperationspartner (§ 1 Abs. 3 Satz 2 und 3 AltZertG). Das Standarddepot besteht aus zwei vom Anbieter festgelegten Fonds, einem der Risikoklasse 1 oder 2 und einem der Risikoklasse 3 bis 5. Ab fünf Jahren vor der Auszahlung darf höchstens die Hälfte des Kapitals im risikoreicheren Fonds liegen, ab zwei Jahren vorher höchstens 30 % (§ 1 Abs. 1c AltZertG). Die Effektivkosten des Standarddepots dürfen 1,0 % im Jahr nicht übersteigen (§ 2a Abs. 2 AltZertG). Für andere Verträge gibt es keinen Deckel, die Effektivkosten müssen aber ermittelt und ausgewiesen werden (§ 2a Abs. 1 AltZertG).

Zertifizierte Verträge nach neuem Recht kann die Zertifizierungsstelle frühestens zum 01.01.2027 erteilen (§ 14 Abs. 7 Satz 3 AltZertG). Bis dahin ist jede Angabe eines Anbieters eine Ankündigung.

Worauf Sie beim Vergleich achten können

Fidelity nennt Kosten in zwei Teilen: einen Prozentsatz vom Depotwert und einen festen Betrag im Monat. Der feste Betrag wirkt bei kleinen Depots stärker. Ein Rechenbeispiel mit den angegebenen Zahlen, ohne dass es der gesetzliche Kostenausweis wäre: Bei einem Depotwert von 2.000 € sind 12 € im Jahr rechnerisch 0,6 % des Depotwerts, bei 20.000 € nur 0,06 %. Der Prozentsatz kommt jeweils hinzu, falls die Depotgebühr nicht schon darin steckt. Rechnet man die Angaben von Fidelity zusammen, ergeben sich bei 2.000 € Depotwert rund 0,95 % im Jahr, bei 1.000 € rund 1,55 % und bei 20.000 € rund 0,41 %. Der gesetzliche Deckel von 1,0 % für Standarddepots bezieht sich allerdings auf die Effektivkosten. Das ist die Renditeminderung durch alle Kosten bis zum Beginn der Auszahlungsphase, maßgebend sind die Werte im individuellen Produktinformationsblatt (§ 2a Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 AltZertG). Ein einzelner Jahreswert wie in diesem Beispiel ersetzt das nicht. Die Kennzahl, mit der sich Anbieter vergleichen lassen, sind die Effektivkosten (§ 2a Abs. 1 AltZertG). Wie sich Kostenunterschiede über Jahrzehnte auswirken, zeigt der Kostenrechner.

Ein weiterer Unterschied ist die Anlageform. Beim VorsorgeDepot legt der Anbieter zwei ETFs fest. Beim VorsorgeDepot Plus entscheidet ein Portfoliomanagement, und Sie haben keinen Einfluss auf einzelne Fonds. Bei der gemanagten Lösung stellt sich außerdem die Frage, ob die aktive Verwaltung ihre höheren Kosten wieder einspielt. Das lässt sich heute nicht beantworten, weil die Produkte noch nicht am Markt sind. Mehr zu den Kostenarten steht im Ratgeber Kosten und Gebühren.

Ein späterer Wechsel ist gesetzlich geregelt. Wer innerhalb von fünf Jahren nach Abschluss zu einem anderen Anbieter wechselt, zahlt dem bisherigen Anbieter höchstens 150 €, danach nichts (§ 1 Abs. 1 Satz 3 AltZertG). Einzelheiten stehen im Ratgeber Anbieterwechsel: Fristen und Kosten. Beachten Sie auch, dass nach 2026 höchstens zwei neu abgeschlossene Altersvorsorgeverträge gefördert werden (§ 82 Abs. 5 EStG).

Diese Seite enthält keine Empfehlung. Ob ein Angebot zu Ihnen passt, hängt von Ihren Beiträgen, Ihrer Anlagedauer und Ihrem Wunsch nach aktiver Verwaltung ab.

Weitere Anbieter und Benachrichtigung

Was andere Banken und Broker angekündigt haben, steht in der Übersicht der Anbieter. Wir schreiben Ihnen, sobald die Angebote starten. Die Anmeldung finden Sie unter Benachrichtigung.

Häufige Fragen

Was kostet das Fidelity VorsorgeDepot?

Laut Anbieter, Stand 21.10.2026, rund 0,35 % vom durchschnittlichen Depotwert pro Jahr plus 1 € Depotgebühr im Monat. Fidelity erklärt in einer Fußnote, die ausgewiesenen Kosten umfassten unter anderem Abschluss- und Vertriebskosten, laufende Verwaltungskosten, Depotentgelt, Provisionen, Plattformkosten und die Gesamtkostenquote (TER) der Fonds. Ob die 1 € im Monat in den 0,35 % enthalten sind, geht aus der Seite nicht eindeutig hervor, sie nennt beides mit „plus“. Gesetzlich dürfen die Effektivkosten eines Standarddepots 1,0 % im Jahr nicht übersteigen (§ 2a Abs. 2 AltZertG).

Was kostet das Fidelity VorsorgeDepot Plus?

Laut Anbieter, Stand 21.10.2026, rund 0,6 % vom durchschnittlichen Depotwert pro Jahr plus 2 € Depotgebühr im Monat, mit derselben Fußnote zu den enthaltenen Kostenarten. Das Plus ist als Vermögensverwaltung gestaltet und kein Standarddepot. Der gesetzliche Kostendeckel von 1,0 % gilt dafür nicht, die Effektivkosten müssen aber ermittelt und ausgewiesen werden (§ 2a Abs. 1 und 2 AltZertG).

Wann startet das Fidelity VorsorgeDepot?

Die Produktseiten nennen kein eigenes Startdatum. Fidelity schreibt von der „Startmeldung für das geplante Fidelity Angebot“, die per Newsletter kommt, und von zwei ETFs, die „im vierten Quartal“ aufgelegt werden sollen. Gesetzlich lassen sich geförderte Verträge nach neuem Recht erst ab dem 01.01.2027 abschließen (Art. 14 Abs. 2 Altersvorsorgereformgesetz).

Welche Anlagen stecken im Fidelity VorsorgeDepot?

Zwei ETFs von Fidelity, die laut Anbieter eigens für das Produkt aufgelegt werden: die Fidelity All Country Equity Research Enhanced Strategie (Aktien, Risikoklasse 4) und die Fidelity Euro Ultra Short Duration Bond Strategie (Anleihen, Risikoklasse 2). Anfangs liegt der Aktienanteil bei 100 %. Etwa zehn Jahre vor Rentenbeginn sinkt er schrittweise auf höchstens 30 % zu Beginn der Auszahlphase. Sie können dem Gleitpfad widersprechen und die Verteilung in 10-%-Schritten selbst festlegen.

Worin unterscheidet sich das VorsorgeDepot Plus?

Laut Fidelity wählt dort ein Portfoliomanagement die Anlagen aus: Kern sind fünf regionale aktive ETFs, dazu bis zu vier aktiv gemanagte Fonds als Ergänzung (bis zu 20 % des Aktienanteils). Nach einer Geeignetheitsprüfung wird eines von drei Risikoprofilen zugeordnet, mit 100 %, 80 % oder 60 % Aktien zu Beginn. Sie können einzelne Fonds nicht selbst ab- oder hinzuwählen. Die Auszahlphase dauert mindestens bis zum 85. und höchstens bis zum 120. Lebensjahr.

Quellen

Rechnen Sie selbst nach: Zulagenrechner, Kostenrechner und Selbst-Check. Dieser Text ist allgemeine Information, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.