Altersvorsorgedepot-Fragen

Altersvorsorgedepot bei der Sparkasse: Was die Deka bisher angekündigt hat

Kurz gesagt: Die Deka kündigt für Anfang 2027 zwei Angebote bei den Sparkassen an: ein Standardangebot mit zwei ETFs und ein Individualangebot mit aktiv gemanagten Fonds. Alle Konditionen stehen unter dem Vorbehalt der BaFin-Genehmigung, die für November erwartet wird.

Stand: 21.10.2026. Quelle der Rechtslage: Altersvorsorgereformgesetz, BGBl. 2026 I Nr. 156.

Diese Seite gibt wieder, was die Deka und die Sparkassen selbst veröffentlicht haben (abgerufen am 20.10.2026). Die Angaben sind Ankündigungen und können sich ändern. Sie sind keine Empfehlung für oder gegen den Anbieter.

Steckbrief: Altersvorsorgedepot bei Deka und Sparkassen

Art des Anbieters
Fondsgesellschaft
Standarddepot (feste Fondsauswahl)
Ja
Fonds selbst wählen
noch nicht bekannt
Garantie
noch nicht bekannt
Kosten
Standarddepot (Deka-Vorsorge, zwei ETFs): 0,1 % Effektivkosten pro Jahr, die auf die ETFs entfallen. Individualprodukt (Deka-VorsorgePlus): effektive Kosten von 1,0 bis 1,5 % pro Jahr, je nach Vertragslaufzeit. Depot und Zulagenverwaltung kostenlos. Die Deka weist darauf hin, dass die Kostendarstellung nicht dem vorgeschriebenen Kostenausweis entspricht.0,10 % pro Jahr (Standarddepot (Deka-Vorsorge), Effektivkosten pro Jahr laut Medienmitteilung, entfallen auf die ETFs; Depot und Zulagenverwaltung kostenlos; vorbehaltlich der BaFin-Genehmigung; laut Produktseite nicht der aufsichtsrechtlich vorgeschriebene Kostenausweis). Beispiel: Bei 10.000 € Guthaben sind das rund 10 € pro Jahr.
Abschluss
online und vor Ort
Geplanter Start
Januar 2027. Alle Konditionen stehen unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die BaFin (Finanzaufsicht), die im November erwartet wird; im Text der Medienmitteilung steht „ab Anfang 2027“.
Vorab-Anmeldung
nicht angeboten oder nicht genannt
Bonus
keiner genannt
Riester-Wechsel
Der Anbieter schreibt, dass sich Riester-Guthaben in ein Altersvorsorgedepot übertragen lässt

Angaben von Deka und Sparkassen zum Altersvorsorgedepot (externe Seite), öffnet in neuem Tab

Noch nicht veröffentlicht: Fondsliste/Produktdetails („Weitere Produktdetails folgen“), Garantie-Variante.

Angaben laut Anbieterseite, Stand: 23.10.2026. Ankündigungen sind keine Zusage, maßgeblich sind die Produktinformationen des Anbieters. Alle Anbieter vergleichen

Die Deka, das Wertpapierhaus der Sparkassen, hat im September 2026 ihre Produkte für das Altersvorsorgedepot vorgestellt. Die Kosten nennt sie bereits, stellt sie aber unter den Vorbehalt der Genehmigung durch die BaFin. Diese Seite ordnet ein, was Deka und Sparkassen selbst veröffentlicht haben, was das Gesetz für alle Anbieter regelt und was noch offen ist.

Kurzantwort

Die Deka kündigt zwei Angebote an. Das Standardangebot Deka-Vorsorge legt in zwei ETFs an und soll 0,1 % pro Jahr kosten. Das Individualangebot Deka-VorsorgePlus mit aktiv gemanagten Fondsbausteinen nennt die Deka mit 1,0 bis 1,5 % pro Jahr, je nach Vertragslaufzeit. Beide sollen Anfang 2027 bei den Sparkassen erhältlich sein. Alle Konditionen stehen laut Deka unter dem Vorbehalt der BaFin-Genehmigung, die für November erwartet wird.

Was die Deka und die Sparkassen angekündigt haben

Start und Vertrieb. Die Deka-Seite schreibt, die neuen Produkte könnten „ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden“. Die Medienmitteilung vom 09.09.2026 nennt in der Überschrift ein „Angebot ab Januar 2027“ und im Text „Anfang 2027“. Als Vertriebswege nennt sie alle Sparkassen vor Ort sowie die Sparkassen-App. Beratung gibt es laut Deka in der Sparkasse. Auch die Sparkassen-Seite nennt den 1. Januar 2027 als Datum, ab dem die neuen Vorsorgeprodukte verfügbar sein sollen. Wie sich Angebot und Beratung zwischen einzelnen Sparkassen unterscheiden können, sagen die abgerufenen Quellen nicht.

Deka-Vorsorge (Standardangebot). Das Angebot richtet sich laut Deka an Menschen, die günstig und flexibel selbst entscheiden wollen. Es besteht aus einem weltweit anlegenden Aktien-ETF und einem europäischen Renten-ETF der Deka. In der klassischen Variante liegt das Geld zunächst vollständig im Aktien-ETF. Fünf Jahre vor Rentenbeginn sinkt der Aktienanteil auf 50 %, zwei Jahre vorher um weitere 20 Prozentpunkte. In der individuellen Variante passen Sie den Aktienanteil selbst über die Sparkassen-App an, laut Deka kostenlos. Ein Wechsel zwischen beiden Varianten soll möglich sein.

Deka-VorsorgePlus (Individualangebot). Hier nutzt die Deka bis zu drei Fondsbausteine, die sie je Anlageklasse aktiv managt. Ein Lebenszyklusmodell schichtet mit zunehmendem Alter von Aktien in Renten und zuletzt in einen Geldmarktfonds um. Es gibt eine chancenorientierte Variante, die den Aktienanteil länger hoch hält, und eine balanceorientierte Variante, die früher reduziert.

Kosten. Depotführung und Zulagenverwaltung nennt die Deka in beiden Angeboten kostenfrei. Für das Standardangebot gibt sie 0,1 % pro Jahr für die zugrunde liegenden ETFs an, für das Individualangebot 1,0 bis 1,5 % pro Jahr, abhängig von der Laufzeit. Die Deka weist auf ihrer Seite darauf hin, dass diese Darstellung nicht dem aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Kostenausweis entspricht, den Sie vor der Auftragsausführung erhalten. Fondsnamen und Preisverzeichnis haben wir nicht gefunden. Weitere Produktdetails sollen laut Deka noch folgen.

Riester und Auszahlung. Riester-Verträge genießen laut Deka Bestandsschutz. Als Optionen nennt sie das Beibehalten, die Umstellung auf die neue Förderung, den Übertrag in ein Altersvorsorgedepot und den Neustart mit einem neuen Vertrag. Der Übertrag ist einmalig und nicht rückgängig zu machen. Zur Auszahlung nennt die Deka die lebenslange Leibrente oder einen Auszahlplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr, bei einem Fonds-Auszahlplan zusätzlich eine Teilentnahme von 30 % zu Beginn.

Anmeldung. Eine Vormerkliste nennt die Seite nicht. Sie bietet Rückruf, Kontaktformular und Telefon an und empfiehlt, schon jetzt ein Depot zu eröffnen.

Gilt das auch bei meiner Sparkasse vor Ort?

Viele suchen nach dem Angebot ihrer eigenen Sparkasse, etwa der Sparkasse Holstein, Nürnberg, KölnBonn, Hannover oder der Berliner Sparkasse. Die Deka nennt in ihrer Medienmitteilung vom 09.09.2026 als Vertriebsweg alle Sparkassen vor Ort und die Sparkassen-App. Eigene Konditionen einzelner Sparkassen haben wir bisher nicht gefunden. Die Zahlen auf dieser Seite stammen von der Deka und gelten für das Produkt, nicht für eine bestimmte Sparkasse. Jede Sparkasse ist ein eigenständiges Institut. Ob Ihre Sparkasse zusätzliche Termine, Beratungsangebote oder eigene Informationsseiten anbietet, erfahren Sie bei ihr selbst. Fragen Sie dort auch nach dem Kostenausweis, den Sie vor dem Abschluss erhalten.

Was gesetzlich für alle Anbieter gilt

Thema Was das verkündete Gesetz regelt Fundstelle
Grundzulage 50 % auf die ersten 360 € Eigenbeitrag, 25 % auf den Betrag von 360,01 € bis 1.800 €, höchstens 540 € im Jahr § 84 EStG
Kinderzulage Bis zu 300 € je Kind und Jahr § 85 EStG
Mindesteigenbeitrag 120 € im Jahr, sonst keine Zulage § 86 EStG
Standarddepot Zwei Fonds, einer der Risikoklasse 1 oder 2, einer der Risikoklasse 3 bis 5. Ab fünf Jahren vor der Auszahlung höchstens die Hälfte, ab zwei Jahren vorher höchstens 30 % im risikoreicheren Fonds § 1 Abs. 1c AltZertG
Kostendeckel 1,0 % Effektivkosten, nur für das Standarddepot. Für andere Verträge keine Obergrenze, aber Ausweispflicht § 2a Abs. 1 und 2 AltZertG
Auszahlung Beginn frühestens mit 65 (früher nur, wenn vorher eine gesetzliche Altersrente beginnt), spätestens mit 70. Lebenslange Rente oder Auszahlplan bis mindestens 85 § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und 4 AltZertG
Garantie Ein Altersvorsorgedepot darf keine Garantie enthalten. Garantieprodukte mit 80 oder 100 % sind eine eigene Kategorie § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3, Abs. 1b AltZertG
Wechsel Innerhalb von fünf Jahren höchstens 150 € an den bisherigen Anbieter, danach nichts § 1 Abs. 1 Satz 3 AltZertG

Jeder Anbieter eines Altersvorsorgedepots muss außerdem ein Standarddepot anbieten, selbst oder über einen Kooperationspartner (§ 1 Abs. 3 Satz 2 und 3 AltZertG). Nach 2026 werden höchstens zwei neu abgeschlossene Altersvorsorgeverträge gefördert (§ 82 Abs. 5 EStG). Den Wert Ihrer Zulage berechnet der Zulagenrechner. Mehr zu den Anlagen steht im Ratgeber Anlagen und Standarddepot.

Worauf Sie beim Vergleich achten können

Die Deka nennt zwei Angebote mit unterschiedlichen Kosten. Prüfen Sie beim Vergleich, was die Zahl umfasst: Die Deka beschreibt die 0,1 % als Kosten der zugrunde liegenden ETFs und die 1,0 bis 1,5 % als Kosten je nach Laufzeit. Für den Vergleich mit anderen Anbietern ist die Kennzahl im Produktinformationsblatt besser geeignet, weil sie alle Kosten eines Vertrags bis zum Beginn der Auszahlung zusammenfasst (§ 2a Abs. 1 AltZertG). Wie sich Unterschiede über Jahrzehnte auswirken, zeigt der Kostenrechner. Eine Übersicht der Kostenarten bietet der Ratgeber Kosten und Gebühren.

Beachten Sie den Vorbehalt der BaFin-Genehmigung. Sollten sich Produkte oder Preise ändern, gelten die Angaben im Produktinformationsblatt, das Sie vor Vertragsabschluss erhalten. Wer schon einen Riester-Vertrag hat, findet Einzelheiten im Ratgeber Riester-Vertrag und Altersvorsorgedepot. Zum Wechsel zwischen Anbietern lesen Sie Anbieterwechsel: Fristen und Kosten.

Diese Seite enthält keine Empfehlung. Ob ein Angebot zu Ihnen passt, hängt von Ihren Beiträgen, Ihrer Anlagedauer und Ihrem Wunsch nach Beratung ab.

Weitere Anbieter und Benachrichtigung

Was andere Banken und Broker angekündigt haben, steht in der Übersicht der Anbieter. Wir schreiben Ihnen, sobald die Angebote starten. Die Anmeldung finden Sie unter Benachrichtigung.

Häufige Fragen

Bietet die Sparkasse ein Altersvorsorgedepot an?

Die Deka hat zusammen mit den Sparkassen ein Angebot für Anfang 2027 angekündigt. Laut Medienmitteilung vom 09.09.2026 soll es in allen Sparkassen vor Ort und digital über die Sparkassen-App erhältlich sein. Abschließen kann man erst nach dem Inkrafttreten der neuen Regeln am 01.01.2027 (Art. 14 Abs. 2 Altersvorsorgereformgesetz).

Was kostet das Altersvorsorgedepot der Sparkasse?

Die Deka nennt für das Standardangebot (Deka-Vorsorge) Effektivkosten von 0,1 % pro Jahr und für das Individualangebot (Deka-VorsorgePlus) effektive Kosten von 1,0 bis 1,5 % pro Jahr, je nach Vertragslaufzeit. Depotführung und Zulagenverwaltung sollen in beiden Varianten kostenlos sein. Alle Konditionen stehen laut Deka unter dem Vorbehalt der BaFin-Genehmigung, die im November erwartet wird.

Welche Fonds stecken im Standardangebot der Deka?

Laut Deka sind es ein weltweit anlegender Aktien-ETF und ein europäischer Renten-ETF der Deka. Konkrete Fondsnamen haben wir in den abgerufenen Quellen nicht gefunden.

Kann ich meinen Riester-Vertrag in das Altersvorsorgedepot der Deka übertragen?

Die Deka beschreibt den Übertrag eines Riester-Vertrags in ein Altersvorsorgedepot als möglich, einmalig und nicht rückgängig zu machen. Bestehende Verträge laufen nach ihren Angaben zunächst unverändert weiter und werden nicht automatisch gekündigt. Der Gesetzgeber sieht den Wechsel aus einem Riester-Vertrag ins Altersvorsorgedepot ausdrücklich vor (BT-Drs. 21/4088, S. 84). Das Recht, zu kündigen und das Guthaben zu übertragen, muss in jedem zertifizierten Riester-Vertrag stehen (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 10 Buchst. b AltZertG in der bis 31.12.2026 geltenden Fassung). Bereits gezahlte Zulagen und Steuervorteile bleiben bei der Übertragung erhalten (§ 93 Abs. 2 EStG).

Kann ich mich schon vormerken lassen?

Eine Warteliste oder einen Newsletter nennt die Deka-Seite nicht. Sie verweist auf Rückruf, Kontaktformular und Telefon und schreibt, dass sich schon jetzt ein Depot online oder in der Sparkasse eröffnen lässt.

Quellen

Rechnen Sie selbst nach: Zulagenrechner, Kostenrechner und Selbst-Check. Dieser Text ist allgemeine Information, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.