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Vermögenswirksame Leistungen in ETFs anlegen: Anbieter, Kosten, Sparzulage

Redaktionell verantwortlich: Bastian Glasser, Gründer des Finanzportals TalerboxStand: 23.10.2026.

Kurz gesagt: Ja, VL lassen sich in ETFs anlegen. Sparzulage gibt es dafür nur bei einem Wertpapier-Sparvertrag mit Fondsanteilen, deren Aktienanteil mindestens 60 % beträgt, und nur bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 40.000 € (bei Zusammenveranlagung 80.000 €).

Hier steht, was die Anbieter auf ihren Seiten und in ihren Preisverzeichnissen veröffentlicht haben (abgerufen am 23.10.2026), ergänzt um die gesetzlichen Regeln. Preise und Bedingungen können sich ändern. Die Tabelle ist alphabetisch sortiert und keine Rangfolge. Das ist keine Empfehlung für oder gegen einen Anbieter und keine Anlageberatung.

Zwei Beispiele für VL-Verträge mit Fonds oder ETFs finden Sie weiter unten bei den Partnerlinks.

Ja, vermögenswirksame Leistungen (VL), also Geld, das Ihr Arbeitgeber für Sie in einen Sparvertrag einzahlt, lassen sich in ETFs anlegen. ETFs sind börsengehandelte Fonds, die meist einen Aktienindex abbilden. Die Arbeitnehmer-Sparzulage, ein staatlicher Zuschuss von bis zu 80 € im Jahr, gibt es bei ETFs aber nur in einem Wertpapier-Sparvertrag mit Fondsanteilen, deren Aktienanteil mindestens 60 % beträgt, und nur bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 40.000 €, bei Zusammenveranlagung 80.000 €. Wie VL grundsätzlich funktionieren, steht im Ratgeber Vermögenswirksame Leistungen.

Welche Anbieter nehmen VL für ETFs an?

Die vier Anbieter in der Tabelle nennen auf ihren Seiten VL-Verträge mit ETFs. Die Übersicht ist nicht vollständig, andere Anbieter können ebenfalls VL in ETFs annehmen. Die Angaben stammen von den Anbieterseiten und aus Preisverzeichnissen (abgerufen am 23.10.2026). „Nennt der Anbieter nicht“ heißt nur, dass die genannte Seite dazu nichts sagt. Die Sperrfrist ist die Zeit, in der das Geld im Vertrag gebunden bleibt.

Anbieter von VL-Verträgen mit ETFs, alphabetisch, Stand 23.10.2026
AnbieterETF-AuswahlSparzulage möglichSperrfristLaufende KostenMindestrate
comdirect700 ETFs und über 1.300 Fonds, Sie wählen selbstja, laut comdirect bei Aktienfondsmeist 6 Jahre Einzahlung, dann 1 Jahr Wartefrist18 € im Jahr, dazu 0,2 % auf ETF-Sparplänenennt der Anbieter nicht
Deka19 Fonds und ETFs der Deka, darunter 6 ETFs, Abschluss in der Sparkasseja, laut Deka bei Aktienfonds6 Jahre Einzahlung, dann Ruhezeit bis Ende des 7. Jahresnennt der Anbieter nicht26 € im Monat
finvestorund 800 ETFs, Sie wählen selbstja, laut finvesto bis 80 € im Jahr7 Jahre (6 Jahre Einzahlung, bis zu 1 Jahr Ruhe)12 € im Jahr, dazu regulär 0,20 % je ETF-Kaufkeine
OSKARfestes Portfolio aus 6 Aktien-ETFs, keine eigene Auswahlnein, laut OSKAR keine Zulagekeine1,14 % im Jahr bei Depotwert unter 10.000 €25 € im Monat

Wann bekomme ich bei VL in ETFs die Sparzulage?

Kurz gesagt: Für die Sparzulage muss der ETF mindestens 60 % Aktien halten. Das Fünfte Vermögensbildungsgesetz nennt ETFs nicht ausdrücklich. Es regelt, welche Fondsanteile mit VL gekauft werden dürfen: Anteile an Investmentvermögen (Fonds), wenn der Wert der Aktien im Fonds „60 Prozent des Werts dieses Investmentvermögens nicht unterschreitet“. Gemessen wird am Jahresbericht des Fonds, genauer an dem „für das vorletzte Geschäftsjahr, das dem Kalenderjahr des Abschlusses des Vertrags“ vorausgeht. Bei neu aufgelegten Fonds zählt der erste Jahres- oder Halbjahresbericht. Ein ETF muss also mindestens 60 % Aktien halten, ein überwiegend in Anleihen anlegender ETF erreicht das nicht. finvesto und comdirect kennzeichnen die ETFs, die sie dafür freigeben, als „VL-fähig“.

Die Sparzulage beträgt 20 % auf höchstens 400 € VL im Kalenderjahr, also bis zu 80 € im Jahr. Ein Beispiel: Zahlt Ihr Arbeitgeber 40 € im Monat, sind das 480 € im Jahr. Gefördert werden 400 €, die Zulage beträgt 80 €. Dafür darf Ihr zu versteuerndes Einkommen, also das Einkommen nach Abzügen wie Sonderausgaben und Kinderfreibeträgen, höchstens 40.000 € betragen, bei Zusammenveranlagung von Ehegatten (gemeinsame Steuererklärung) höchstens 80.000 €. Außerdem müssen Sie Ihrem Anbieter erlauben, Ihre Daten elektronisch ans Finanzamt zu übermitteln, und ihm Ihre Steuer-Identifikationsnummer mitteilen.

Im Gegenzug bleibt das Geld bei einem Wertpapier-Sparvertrag sieben Jahre gebunden. Sechs Jahre wird eingezahlt, danach ruht der Vertrag. Während dieser Sperrfrist dürfen Sie nicht über das Geld verfügen, es also zum Beispiel nicht abheben und keine Anteile verkaufen. Wer es doch tut, verliert die Sparzulage rückwirkend. Ausnahmen gibt es zum Beispiel bei Tod, völliger Erwerbsunfähigkeit oder einer Arbeitslosigkeit, die seit mindestens einem Jahr besteht.

Wie unterscheiden sich die Anbieter im Einzelnen?

comdirect

comdirect vermittelt das VL-FondsDepot, das die FNZ Bank führt. Eröffnen können es laut comdirect nur comdirect-Kunden. Das Depotentgelt beträgt ab 01.01.2026 laut comdirect 18 € im Jahr. Laut Preisverzeichnis der FNZ Bank sind es 4,50 € im Quartal, und die Fassung ab 01.01.2027 nennt denselben Betrag. Auf ETF-Sparpläne erhebt die FNZ Bank ein Transaktionsentgelt von 0,2 %, bei Fonds-Sparplänen gibt comdirect 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag (eine einmalige Gebühr auf den Kaufbetrag). Die Produktseite trägt den Stand November 2025.

Deka

Die Deka bietet den Deka-FondsSparplan mit VL für 19 Fonds und ETFs der Deka an, darunter 6 ETFs, teils mit Nachhaltigkeitsmerkmalen. Abgeschlossen wird er in Ihrer Sparkasse, die Auswahl treffen Sie dort mit der Beratung. Die Deka nennt für VL-Sparen in Aktienfonds eine Sparzulage von 20 % auf die Einzahlungen, bis zu 80 € im Jahr. Die Rate beginnt bei 26 € im Monat. Kosten nennt die VL-Seite nicht, fragen Sie in der Sparkasse danach.

finvesto

finvesto ist eine Marke der FNZ Bank SE. Dort wählen Sie aus rund 800 VL-fähigen ETFs und über 2.500 Fonds selbst aus. Der VL-Vertrag kostet 12 € im Jahr, bei ETFs kommt ein Transaktionsentgelt von regulär 0,20 % dazu. Bis 31.03.2027 entfällt dieses Entgelt laut Aktionsbedingungen bei ETF-Käufen per Einmalanlage oder Sparplan. Ob das auch für Einzahlungen des Arbeitgebers gilt, sagen die Bedingungen nicht. Alle Einzelheiten, auch zu Kosten nach Ende der Sperrfrist, stehen auf der Seite finvesto VL.

OSKAR

OSKAR VL ist ein eigenes VL-Konto, das in ein festes Portfolio aus sechs Aktien-ETFs investiert. Sie wählen die ETFs nicht selbst. Laut OSKAR gibt es für den Vertrag keine Sparzulage, dafür aber auch keine siebenjährige Sperrfrist. Ein Tarifvertrag darf die VL-Anlage auf bestimmte Formen beschränken. Ob ein Konto ohne Zulage darunter fällt, sagt OSKAR nicht. Gilt in Ihrem Betrieb ein Tarifvertrag, fragen Sie vorher die Personalabteilung. Die Gebühr liegt bei 1,14 % im Jahr, solange Ihr angespartes Guthaben (der Depotwert) unter 10.000 € liegt, 0,94 % ab 10.000 € und 0,84 % ab 50.000 €. Darin sind durchschnittlich 0,14 % ETF-Kosten enthalten. Ausgabeaufschläge und Transaktionskosten gibt es laut OSKAR nicht. Mehr dazu auf der Seite OSKAR VL.

Worauf Sie beim Vergleich achten

Kosten. Die Anbieter rechnen unterschiedlich ab. Ein Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr auf den Kaufbetrag und fällt vor allem bei Fonds an. Ein Transaktionsentgelt ist eine Gebühr je Kauf, bei finvesto und comdirect regulär 0,20 % je ETF-Kauf. Eine Pauschale ist ein fester Betrag im Jahr, etwa 12 € oder 18 €. Ein Prozentsatz auf den Depotwert wächst mit dem Guthaben: 1,14 % auf 5.000 € sind rund 57 € im Jahr, ein fester Betrag von 12 € bleibt bei 12 €. Bei selbst gewählten ETFs kommen deren eigene Kosten hinzu, bei OSKAR sind sie laut Anbieter in der Gebühr enthalten. Rechnen Sie mit Ihrer Sparrate und Laufzeit nach.

Sparzulage ja oder nein. Ohne Zulage entgehen Ihnen bis zu 80 € im Jahr. Dafür ist das Geld bei OSKAR nicht sieben Jahre gebunden.

Sperrfrist. Bei Wertpapier-Sparverträgen mit Zulage sind es sieben Jahre. Wer vorher verfügt, verliert die Zulage, außer in den gesetzlichen Ausnahmefällen.

Einkommensgrenze. Liegt Ihr zu versteuerndes Einkommen über 40.000 € (80.000 € bei Zusammenveranlagung), gibt es keine Sparzulage.

Aktienquote von 60 %. Nur Fonds mit mindestens 60 % Aktien kommen für einen Wertpapier-Sparvertrag mit Zulage in Frage. Prüfen Sie, ob der ETF beim Anbieter als „VL-fähig“ geführt wird.

Auswahl selbst oder fest. finvesto und comdirect lassen Sie ETFs aus einer großen Liste wählen, bei der Deka wählen Sie aus einer kleineren Auswahl, OSKAR legt ein festes Portfolio fest.

Das ist ein Vergleich nach Merkmalen, keine Anlageberatung. ETFs schwanken im Wert, Verluste sind möglich.

Wie komme ich zu einem VL-Vertrag mit ETFs?

Klären Sie mit Ihrer Personalabteilung, ob und wie viel VL Sie bekommen. Dann eröffnen Sie den Vertrag beim Anbieter. finvesto und OSKAR schicken Ihnen dafür eine Bescheinigung für den Arbeitgeber, die Deka informiert den Arbeitgeber laut eigener Seite selbst. Der Arbeitgeber überweist die VL direkt an den Anbieter. Für die Sparzulage erlauben Sie dem Anbieter die Datenübermittlung ans Finanzamt. Die Anlageformen im Überblick stehen im Ratgeber Vermögenswirksame Leistungen.

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Häufige Fragen

Kann ich vermögenswirksame Leistungen in einen ETF-Sparplan einzahlen?

Ja, bei mehreren Anbietern. finvesto nennt rund 800 VL-fähige ETFs, comdirect 700 und OSKAR ein festes Portfolio aus sechs Aktien-ETFs. Bei der Deka wählen Sie aus 19 Fonds und ETFs, darunter 6 ETFs, abgeschlossen wird in der Sparkasse. Ihr Arbeitgeber überweist die VL direkt an den Anbieter.

Bekomme ich für jeden VL-ETF die Arbeitnehmer-Sparzulage?

Nein. Die Sparzulage gibt es bei einem Wertpapier-Sparvertrag, wenn der Fonds die 60-%-Grenze erfüllt, Ihr zu versteuerndes Einkommen die Grenze nicht übersteigt und Sie der Datenübermittlung ans Finanzamt zugestimmt haben. OSKAR VL bietet laut Anbieter keine Sparzulage.

Wie hoch ist die Sparzulage bei VL in ETFs?

20 % auf höchstens 400 € VL im Kalenderjahr, also bis zu 80 € im Jahr. Bei 40 € VL im Monat sind das 480 € im Jahr, gefördert werden 400 €. Voraussetzung ist ein zu versteuerndes Einkommen bis 40.000 €, bei Zusammenveranlagung von Ehegatten bis 80.000 €.

Was kostet VL-Sparen mit ETFs?

Das hängt vom Anbieter. finvesto nennt 12 € im Jahr plus regulär 0,20 % Transaktionsentgelt je ETF-Kauf. comdirect nennt 18 € im Jahr Depotentgelt plus 0,2 % auf ETF-Sparpläne. OSKAR nennt 1,14 % im Jahr bei einem Depotwert unter 10.000 €. Die Deka nennt auf der VL-Seite keine Kosten. Dazu kommen bei selbst gewählten ETFs die Kosten des ETFs selbst, die der ETF-Anbieter in seinen Produktunterlagen angibt.

Wie lange ist das Geld im VL-ETF gebunden?

Bei einem Wertpapier-Sparvertrag mit Sparzulage sieben Jahre. Sechs Jahre wird eingezahlt, dann ruht das Geld. Wer vorher über das Geld verfügt, verliert die Sparzulage rückwirkend, außer es liegt ein Ausnahmefall vor, etwa Tod, völlige Erwerbsunfähigkeit oder eine Arbeitslosigkeit, die seit mindestens einem Jahr besteht. OSKAR VL hat laut Anbieter keine Sperrfrist.

Woran erkenne ich, dass ein ETF für VL zugelassen ist?

Das Gesetz verlangt, dass die Aktien im Fonds nach dem Jahresbericht mindestens 60 % des Fondswerts ausmachen. Ein ETF, der überwiegend Anleihen hält, erreicht das nicht. finvesto und comdirect führen geeignete ETFs als „VL-fähig“. Im VL-FondsDepot der FNZ Bank lassen sich laut Preisverzeichnis nur solche Fondsanteile kaufen.

Quellen

Rechnen Sie selbst nach: Zulagenrechner, Kostenrechner und Selbst-Check. Dieser Text ist allgemeine Information, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.