Altersvorsorgedepot-Fragen

OSKAR VL: Kosten, Sparzulage, Sperrfrist und Abschluss

Redaktionell verantwortlich: Bastian Glasser, Gründer des Finanzportals TalerboxStand: 23.10.2026.

Kurz gesagt: OSKAR VL ist ein VL-Konto, das in sechs Aktien-ETFs anlegt. Es gibt dafür keine Arbeitnehmer-Sparzulage, aber auch keine Sperrfrist. Die Kosten liegen laut Oskar bei 1,14 % im Jahr (Depotwert unter 10.000 €), die Mindestrate beträgt 25 € im Monat.

Hier steht, was Oskar auf seiner VL-Seite und seiner Kostenseite veröffentlicht hat (abgerufen am 23.10.2026), ergänzt um die gesetzlichen Regeln. Preise und Bedingungen können sich ändern. Das ist keine Empfehlung für oder gegen den Anbieter und keine Anlageberatung.

Zwei Beispiele für VL-Verträge mit Fonds oder ETFs finden Sie weiter unten bei den Partnerlinks.

OSKAR VL ist ein eigenes VL-Konto bei OSKAR, einer Marke der Oskar.de GmbH. Auf dieses Konto überweist Ihr Arbeitgeber Ihre vermögenswirksamen Leistungen (VL), also Geld, das er für Sie anlegt. Das Geld fließt in ein festes Portfolio aus sechs Aktien-ETFs (börsengehandelte Fonds). Laut Oskar ist der Vertrag nicht zulagenberechtigt: Es gibt keine Arbeitnehmer-Sparzulage (ein staatlicher Zuschuss, bei anderen VL-Verträgen bis zu 80 € im Jahr), aber auch keine siebenjährige Sperrfrist, in der das Geld gebunden wäre. Die Kosten betragen 1,14 % im Jahr, solange der Depotwert, also Ihr angespartes Guthaben, unter 10.000 € liegt. Wie VL grundsätzlich funktionieren, steht im Ratgeber Vermögenswirksame Leistungen.

Was kostet OSKAR VL?

Eine zusätzliche VL-Grundgebühr gibt es nicht. Es gelten die regulären Oskar-Gebühren: 1,14 % im Jahr bei einem Depotwert unter 10.000 €, 0,94 % ab 10.000 € und 0,84 % ab 50.000 €. Darin sind durchschnittlich 0,14 % Produktkosten der ETFs enthalten. Nach Oskars Hinweis zur Berechnung auf der VL-Seite setzen sich die 1,14 % aus 0,425 % für die Vermögensverwaltung, 0,425 % Servicegebühr, 0,15 % für den Wertpapierhandel und durchschnittlich 0,14 % für die ETF-Kosten zusammen. Die ETF-Kosten stecken laut Oskars Kostenseite in den ETF-Kursen und werden nicht gesondert abgerechnet. Bei 5.000 € Depotwert kosten 1,14 % rund 57 € im Jahr: 50 € werden abgerechnet, rund 7 € stecken in den ETFs. Ausgabeaufschläge, Transaktionskosten und Kosten für Einrichtung oder Schließung fallen laut Kostenseite nicht an.

Wie legt OSKAR VL das Geld an?

Das Portfolio besteht zu 100 % aus Aktien-ETFs. Die sechs ETFs streuen laut Oskar über mehr als 10.000 Unternehmen aus den USA, Europa, Japan, dem asiatisch-pazifischen Raum und den Schwellenländern, dazu kommen kleinere Unternehmen aus entwickelten Märkten. Alle sechs berücksichtigen ESG-Kriterien, also Vorgaben zu Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung. Sie wählen keine ETFs aus. Die Scalable Capital Bank GmbH verwaltet das Portfolio und stellt die vorgesehene Gewichtung regelmäßig wieder her, das nennt man Rebalancing. Die Baader Bank AG führt Depot und Verrechnungskonto. Oskar behält sich vor, einzelne ETFs zu ersetzen. Aktien-ETFs schwanken im Wert, Verluste bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Geldes sind laut Oskar möglich.

Gibt es bei OSKAR VL die Arbeitnehmer-Sparzulage?

Nein. Oskar schreibt, OSKAR VL sei nicht zulagenberechtigt. Die Zulage würde bei einem Fondsvertrag 20 % auf höchstens 400 € VL im Jahr betragen, also bis zu 80 €. Sie hängt außerdem vom zu versteuernden Einkommen ab, das bis 40.000 € betragen darf, bei Zusammenveranlagung von Ehegatten bis 80.000 €. Unabhängig von der Zulage sind die VL wie anderes Gehalt steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Gibt es bei OSKAR VL eine Sperrfrist?

Nein. Oskar schreibt, Sie könnten jederzeit auf das Guthaben zugreifen, sich alles auszahlen lassen oder einen monatlichen Auszahlungsplan einrichten. Eine Mindestlaufzeit gibt es nicht. Ob Ihr Arbeitgeber schon gezahlte Leistungen zurückfordern kann, richtet sich nach den Regeln Ihres Arbeitsverhältnisses, etwa im Arbeits- oder Tarifvertrag. Das sagt auch Oskar. Ob Sie an Ihr Guthaben kommen, ist eine andere Frage. Ein Tarifvertrag darf die Anlage außerdem auf bestimmte Formen beschränken. Ob ein Konto ohne Zulage unter so eine Beschränkung fällt, sagt Oskar nicht. Gilt in Ihrem Betrieb ein Tarifvertrag, fragen Sie vorher die Personalabteilung.

Wie hoch ist die Mindestrate, und kann ich aufstocken?

Die Mindestsparrate beträgt 25 € im Monat. Zahlt Ihr Arbeitgeber weniger, können Sie die Differenz selbst zuzahlen, per Überweisung oder mit einer privaten Sparrate, ohne dass der Arbeitgeber mitwirken muss. Auch Einmalzahlungen sind möglich. Soll der Arbeitgeber die Aufstockung vom Lohn überweisen, vereinbaren Sie das mit ihm.

So schließen Sie OSKAR VL ab

  1. Klären Sie mit der Personalabteilung, ob und wie viel VL Sie bekommen.
  2. Eröffnen Sie online ein VL-Konto und wählen Sie bei der Registrierung „VL-Konto“. Wer schon ein OSKAR-Konto hat, fügt im Account über das Pluszeichen ein weiteres Konto hinzu.
  3. Nach der Eröffnung erhalten Sie die Arbeitgeberbescheinigung und geben sie an die Personalabteilung.
  4. Ihr Arbeitgeber überweist seinen Anteil direkt auf das VL-Konto.
  5. Prüfen Sie nach dem vereinbarten Starttermin, ob die erste Zahlung eingegangen ist.

Wer schon einen VL-Vertrag hat, kann ihn laut Oskar in vielen Fällen beitragsfrei stellen und die künftigen Zahlungen umleiten lassen. Lesen Sie zuerst die Bedingungen des alten Vertrags. Bei einem zulagengeförderten Vertrag verlieren Sie die Sparzulage rückwirkend, wenn Sie vor Fristende über das Geld verfügen.

Für wen passt OSKAR VL eher, für wen eher nicht?

Eher passt das Konto für Menschen, deren zu versteuerndes Einkommen über der Grenze für die Sparzulage liegt, denn die Zulage entfiele ohnehin. Auch wer das Geld flexibel halten will, keine ETFs selbst auswählen möchte und Kursschwankungen bei einem reinen Aktienportfolio aushält, kann das Konto nutzen.

Eher nicht passt es für Menschen, deren Einkommen unter der Grenze liegt und die im Jahr 400 € oder mehr VL anlegen. Sie lassen bis zu 80 € Zulage im Jahr liegen, die ein zulagenberechtigter Fondsvertrag bringen kann. Wer Anleihen oder Zinsprodukte beimischen oder eigene ETFs wählen will, findet das nicht, denn das Portfolio ist fest und rein aus Aktien. Wer weniger als 25 € im Monat einzahlen will, liegt unter der Mindestrate. Das ist eine allgemeine Abwägung nach Merkmalen und keine Anlageberatung.

Hat OSKAR VL etwas mit dem Altersvorsorgedepot zu tun?

Nein. VL zählen nicht zu den Altersvorsorgebeiträgen, und ein Altersvorsorgevertrag gehört nicht zu den VL-Anlageformen. Unabhängig von OSKAR VL führt Oskar eine Warteliste für sein Altersvorsorgedepot, das Altersvorsorgedepot startet laut Oskar am 1. Januar 2027. Was Oskar dazu veröffentlicht hat, steht im Ratgeber Altersvorsorgedepot bei Oskar.

Gibt es Alternativen?

Einen VL-Vertrag mit Sparzulage und siebenjähriger Sperrfrist bietet finvesto VL, und die Grundlagen zu VL, Zulage und Anlageformen stehen im Ratgeber Vermögenswirksame Leistungen. Weitere Anbieter von VL-Verträgen mit ETFs vergleicht der Ratgeber VL in ETFs anlegen.

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Häufige Fragen

Was kostet OSKAR VL?

Eine zusätzliche VL-Grundgebühr gibt es laut Oskar nicht. Es gelten die regulären Gebühren von 1,14 % im Jahr bei einem Depotwert unter 10.000 €, 0,94 % ab 10.000 € und 0,84 % ab 50.000 €. Darin sind durchschnittlich 0,14 % Produktkosten der ETFs enthalten, die laut Oskar in den ETF-Kursen stecken und nicht gesondert abgerechnet werden. Bei 5.000 € Depotwert wären 1,14 % rund 57 € im Jahr. Ausgabeaufschläge und Transaktionskosten fallen laut Oskars Kostenseite nicht an.

Bekomme ich bei OSKAR VL die Arbeitnehmer-Sparzulage?

Nein. Oskar schreibt, OSKAR VL sei nicht zulagenberechtigt. Deshalb gibt es keine Sparzulage, und es wird keine elektronische Vermögensbildungsbescheinigung an das Finanzamt übermittelt. Die Zulage gibt es nach dem Vermögensbildungsgesetz nur für bestimmte Anlageformen und bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 40.000 €, bei Zusammenveranlagung 80.000 €.

Gibt es bei OSKAR VL eine Sperrfrist?

Nein. Oskar schreibt, eine siebenjährige Sperrfrist bestehe bei OSKAR VL nicht, das Guthaben sei jederzeit verfügbar. Ob Ihr Arbeitgeber bereits gezahlte Leistungen zurückfordern kann, richtet sich nach den Regeln Ihres Arbeitsverhältnisses, etwa Arbeits- oder Tarifvertrag. Das ist von der Verfügbarkeit des Guthabens zu unterscheiden.

Wie hoch ist die Mindestrate bei OSKAR VL?

Die monatliche Mindestsparrate beträgt 25 €. Zahlt Ihr Arbeitgeber weniger, können Sie die Differenz mit eigenen Mitteln aufstocken, per Überweisung oder mit einer privaten Sparrate. Soll der Arbeitgeber die Aufstockung aus Ihrem Lohn überweisen, vereinbaren Sie das mit ihm.

Wie bekommt mein Arbeitgeber die Daten für OSKAR VL?

Nach der Kontoeröffnung erhalten Sie von Oskar die Arbeitgeberbescheinigung für Ihre Personalabteilung. Ihr Arbeitgeber überweist seinen Anteil dann direkt auf Ihr VL-Konto. Das Geld fließt nicht zuerst auf Ihr Girokonto.

Kann ich von einem bestehenden VL-Vertrag zu OSKAR VL wechseln?

Laut Oskar können Sie den alten Vertrag in vielen Fällen beitragsfrei stellen und Ihren Arbeitgeber bitten, künftige Zahlungen auf das OSKAR-VL-Konto umzuleiten. Ob das geht und welche Folgen es hat, richtet sich nach den Bedingungen des alten Vertrags. Verfügen Sie über einen zulagengeförderten Vertrag vor Ablauf der Sperrfrist, verlieren Sie die Sparzulage rückwirkend.

Quellen

Rechnen Sie selbst nach: Zulagenrechner, Kostenrechner und Selbst-Check. Dieser Text ist allgemeine Information, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.